-->Hauptseite<--

Einführung

Wie wir alle wissen stammt unser liebstes,
ältestes und am weitesten verbreitetes Haustier, der Hund, vom Wolf ab.
Und dieses Erbe trägt er in sich! Sicherlich nicht 100% konform,
aber doch sind im Hinblick auf sein Verhalten Ähnlichkeiten auch heute noch zu erkennen.

Der Wolf ist, genau wie der Hund, ein hochsoziales Rudeltier und
ein stressfreies Miteinander wird erst durch klare Regeln und festgelegte Aufgaben möglich.
Hält sich jemand nicht an die Gegebenheiten, weil er z.B. seine Position verbessern will,
kommt es zu Unruhe in der sozialen Gruppe und das Leben Einzelner oder sogar der ganzen Gruppe ist gefährdet.

Trotzdem versucht jedes Mitglied des Verbandes, vorausgesetzt es sieht eine reelle Chance,
hinsichtlich eines Vorrechts bei der Fortpflanzung oder Ressourcensicherung,
eine möglichst hohe Position anzustreben und auch einzunehmen.
Aber nur die, die das nötige Potential haben, schaffen es auch und das sind sehr wenige.
Alle anderen fügen sich in ihre unteren Positionen, solange Sicherheit und ein begrenzter,
aber möglicher Zugriff auf bestimmte Ressourcen wie z.B. Futter gegeben ist.
Trotzdem oder gerade deswegen haben sie eine Chancen zu Überleben und stehen unter dem Schutz der Anderen.
Das allein bewirkt die Akzeptanz aufgestellte Regeln zu befolgen und auf Privilegien zu verzichten!

Übertragen wir die oben genannten Gegebenheiten auf die Mensch – Hunde – Beziehung
wird klar,warum es häufig zu Problemen im täglichen Zusammenleben kommt.
Denn oft sind wir unklar, was unsere Vorschriften betrifft oder vernachlässigen sie ganz,
so nach dem Motto „Naja, weil heut Sonntag ist“!
Das macht den Hund zunächst einmal nur stutzig.
Langfristig aber lässt diese Inkonsequenz den Hund glauben,
wir sind als Führungspersönlichkeiten nicht (mehr) geeignet,
Dieser Umstand wiederum veranlasst den Hund, die Position selbst zu besetzen.
Er strebt einen Machtwechsel an und es kommt zu Problemen im Alltag!

Dieses mangelnde Vertrauen unseres Hundes in unsere Führungsqualitäten
besonders bezogen auf Schutz in Gefahrensituationen
(z.B. Schutz des Rudels vor fremden Menschen, Hunden und Situationen,
die als gefährlich angesehen werden oder Schutz des Wohn– und Lebensbereichs),
bewirkt, dass er die Sache selbst in die Hand nimmt oder, was auch möglich ist, dass er flieht,
wenn er kann und nicht durch z.B. die Leine daran gehindert wird.

Und Hunde erkennen, ob man bewusst handelt oder versehentlich Fehler begeht!

In diesem Zusammenhang ist es wichtig die Körpersprache und mimische Ausdrucksformen zu kennen,
zu beachten und letztendlich dementsprechend zu agieren und sie keinesfalls menschlich zu interpretieren!
Die Frage darf nicht sein „Warum tut der Hund das, was er gerade tut?“
(wir werden es so oder so nicht erfahren, da der Hund sich uns verbal bekanntlich nicht mitteilen kann),
sondern „Welchen Nutzen zieht er aus der Aktion?“
Ein erfahrener Hund handelt selten unreflektiert und ziellos. Er prüft, ob sich sein Verhalten auszahlt.
(„Was kann ich bekommen und wie hoch ist der Preis - Aufwand und Konsequenzen - dafür?“)
Er stellt sozusagen eine Gewinn - Verlust - Rechnung auf.

Aber machen wir uns nichts vor! Einen vollkommen aggressionsfreien Hund,
der niemals droht oder seine Zähne zeigt, gibt es nicht.
Das Aggressionsverhalten ist ein wichtiger, natürlicher und unabdingbarer Bestandteil für alle Individuen,
die in einer sozialen Gruppenstruktur leben.
Beißen (hier sind keine aggressiven Attacken mit Verletzungs- oder Tötungsabsichten gemeint)
ist zwar die letzte Korrekturmöglichkeit, um sich zu wehren oder durchzusetzen,
aber es ist eine wichtige Kommunikationsart.
Und unter Hunden endet so etwas, meist unblutig, mit einem Maul voll Fell.
Jedoch sind Hunde in vielen Beziehungen toleranter als wir Menschen!